Arguedas, Navarra

Reibungslos fanden wir gestern den Stellplatz direkt unterhalb der Steinhöhlen von Arguedas. Er ist kostenlos und hat für ca 15 lange und 10 kurze Womis Platz. Er biete auch nichts, als anhalten für Max 48Stunden - Perfekt 
Bereits von unten sehen die Löcher in den Felsen imposant aus
Ein kleiner Teil der Steinhäuser ist öffentlich zugänglich und geht in Richtung „Lostplace“. Das lässt wohl jedes Fotografenherz hoch pumpern. Mich jedenfalls, absolut.
Gern farbig im Weitwinkel, oder...

... normales, in black and white... 
Vor vielen, vielen hundert Jahren kamen hier Normaden an. Über die Pyreneen, dem Kampf gegen Schnee und Kälte, durch die Wüste Navarra, mit der Trockenheit und Sturm. Es waren einige Familien,mitihren Schafen und Hunde. Sie wollten sesshaft werden.
Hier fanden sie fruchtbaren Boden, der ihren Schafe Futter zum essen gab und ihnen, die Möglichkeit des Ackerbaus.
Erst bauten die Menschen ihre Zelte am Fusse der Felsen auf. Alsbald zerstörte der Sturm diese. Der Stammesälteste kam mit dem Vorschlag, kleine Zimmer in die Felsen zu schlagen: Sicherheit vor Wettereinflüsse, Raub ihrer selbst und deren Tiere.
Viel Zeit, Arbeit und Mühe vergang, bis sie endlich einziehen konnten. Sie benannten den Ort „Arguedas “
Die Familien wuchsen zahlenmässig und die neue Generation fing an, am Fusse des Felsen, freistehende Häuser deren gleichen Materials zu bauen. 

Na klar, das war meine Fantasie und Geschichte, die mir während der Besichtigung einfiel ☺️
Und dies hier ist die wahre:
Die Höhlen von Arguedas entstanden Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Zweck, denjenigen Dorfbewohnern Schutz zu bieten, die sich den Kauf einer Wohnung nicht leisten konnten.
 
Die Orographie des Gebietes ermöglichte es, Wohnräume so in den Felsen zu graben, dass entlang der Fassade natürliches Licht genutzt werden konnte. Nur die Privilegiertesten unter den Bewohnern verfügten über eine Stromversorgung. Es gab keine Flure und man ging unmittelbar von einer Räumlichkeit in die andere und viele dieser Wohnungen besaßen Scheunen und Gehege, da die Mehrzahl der Eigentümer Landwirte waren.
 
Im Jahr 1940 gab es 52 Höhlenhäuser, die aber in den 60iger Jahren aufgrund des sozialen Wohnungsbaus verlassen wurden.