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2 tägige Alpstein-Wanderung

Zu dritt, Enkel Jason, Slash und ich, haben es in Angriff genommen und diese anspruchsvolle Wanderung, mit Übernachtung, mit Bravour geschafft 

 

 

Stecke 15 km

Aufstieg/Abstieg 1'666 m/940 m

Max/min 1'890 m/860 m

T3 - T2

Neben der genauen Routenplanung war meine noch grösseren Überlegungen, was ich sinnvolles einpacke. Bestimmt genug zu Trinken, einiges an unverderblichen Esshappen, Notfallset, Regenschutz und Langarmpullis, Zahnbürsten, Hundefutter und -Geschirr mit 2 unterschiedlichen Leinen und einiges an Kleinzeug. Schwer wurde meiner...

Regionale Landkarte und die abgesteckte Route auf meinem Handy durfte nicht vergessen werden. Dazu 2 Aufladegeräte.

Fotoapparat, ja oder nein? Ich entschied mich für die Kleine, mit dem leichtesten Objektiv. Neu habe ich Wanderstöcke und die waren goldwert!

Das meiste kam in meinen grossen Rucksack. Jasons seiner wurde mit leichteren gefüllt

In der  Nacht vor unserer Abfahrt, "drehte" ich die Wanderstecke um und jetzt im nach herein war das die richtige Entscheidung.

In Wasserauen angekommen, schnallten wir unsere Rucksäcke und los liefen wir in unser Abenteuer.

 

Die erste Strecke war ziiiemlich steil aufwärts und unangenehm auf dem Asphalt. Bereits verfluchte ich mich innerlich. Jason lief locker neben mir und unterhielt mich mit einiges an Schwatz :-)

Endlich wurde es flacher und es wechselte zu einem Kiesweg, auf dem meine Stöcke auch halt fanden

 

Nach einer guten Stunde errichten wir den Seealpsee, mitten in den Bergen gelegen und so idyllisch. Bereits war es Mittag und bei Jason knurrte der Magen. Passt, ich hatte grossen Durst.

Ob wohl einiges Laufvolk unterwegs war fanden wir ein schönes Plätzchen auf der Terrasse des Berggasthof Forelle - Name passt -, mit Blick auf den See.

 

Zur Info: In der Talsenke links liegt, Meglisalp, 1'517m, wo das Zimmer auf uns wartet. Gerade aus ist die Ageteplatte, 1'738m, links im V liegt Mesmer, 1'613m und rechts, versteckt, Altenalp und zum Schluss Ebenalp, 1'644m.

Genau diese Strecke war die unsere...

 

Aber erst genoss Jason seinen Tomaten-Mozzarella Salat und ich eine Gerstensuppe, bei bergischer Livemusik :-)

Typisch, Slashi-Boy hatte sich bereits zuvor ein Vollbad im Brunnen gegönnt, lach

Lang liesen wir uns nicht Zeit. 3/4 um den See und danach führte ein schmaler Weg durch den Wald. Natürlich stetig in die Höhe. Da es die Schattenseite ist, war es hier feucht und kühl. Sehr angenehm. Acht geben mussten wir, denn der Pfad war recht glitschig. Zügig kamen wir voran und der Seealpsee wurde schnell immer kleiner

 

Immer wieder kleine Päuschen einlegen und Aussicht geniessen

Streckenweise, an heiklen Stellen, sind befestigte Drahtseile.

Zeit zum fötele, für uns beide immer wichtig ;-)

Aus dem Wald raus, dem Trampelpfad folgend.

Der Tag war bewölkt und auch nicht gar so heiss

Unser Tagesziel wurde immer näher. Auf dem 2. Bild ist in der Senke das erste Häuschen von Meglisalp bereits sichtbar.

Pausen, was ganz wichtiges, nicht nur zum Trinken und/oder Essen. Nö, Jason und Slash brauchen ihre gemeinsame Zeit zum flirten. Die gegenseitige Liebe ist riesig gross und schön

Mein absolutes Lieblingsbild der beiden

Der Weg wurde erholsam eben und so kamen wir flott weiter. 

Nach 2 1/2 Stunden erreichten wir Meglisalp. Ein hübsches kleines Sennendörflein mit der eigenen Kapelle "Maria zum Schnee"

Als erstes bezogen wir unser Zimmer. Wie liebevoll hergerichtet und mit einem Deckchen für Slash, das er gleich in beschlag nahm

Frisch war es und um unsere eingepackten Pullis waren wir jetzt froh. 

Rucksäcke deponiert und anschliessend raus auf die Terrasse. Was kühles Trinken, loslassen und ankommen. Oder umgekehrt? Viele Kühe und Kälber liefen frei herum und ihre Glocken bimmelten in einem fort 

Kurz bevor es eindunkelte zeigte sich die Sonne und in dem warmen Licht leuchteten die Berge um uns.

Ein Besuch in der Kapelle war nötig - Danke sagen, für diesen schönen Tag, den wir drei erleben durften

Als wir dann ganz im Schatten der Sonne waren wurde es richtig kühl. Hunger kam auf und wir waren froh, als wir das geklapper der Teller und Bestecks hörten. 

Unser Nachtessen: Jason suchte sich Bratwurst mit Rösti aus und ich das Tagesmenu, Suppe, Salat und Geschnetzeltes mit Rösti. Fein, satt und müde. Eigentlich nur ich, meinte Jason. Er sei noch voll fit - Aha, soso, lach...

Wir hatten doch etwas vergessen: Die UNO Karten. Ein Spielchen, das wäre es gewesen...

Sehr bald ging es in Zimmer. Ich konnte kaum mehr die Augen offen lassen, kurze Katzenwäsche, Zähneputzen und schnell unter die Decke. Mich fror es sehr.

Shashi-Boy hatte noch seine schwachen Minuten und wir amüsierten uns sehr ab sein ulkiges Getue...

Paar Wort gewechselt und dann muss ich eingeschlafen sein ;-)

 

Früh, vor 7 Uhr, wachte ich auf. Kein Wunder nach 10 Stunden pfus... Ich lag da und genoss die Stille um mich. Halt! Die Kuhglocken waren schon sehr fleissig am tönen...

Gegen 8 Uhr weckte ich Jason und nach einer kurzen Pipirunde mit Slash, gab es ein reichhaltiges Frühstück. Zusammen packen und richtig fit, ohne Beinweh oder Muskelkater, starteten wir in einen sonnigen wolkenlosen Tag. 

 

Oooh, darauf?? So steil?? Echt?? Wirklich?? 

Weiter schreib ich nicht und zu Jason sagte ich zu dem Zeitpunkt auch nichts. Er war voller Tatendrang und Freude

 

Stetig, langsam überwunden wir Meter für Meter an Höhe. 

 

Blick zurück, hinunter und um uns herum - Ja, das entschädigt jede Mühe!

Schnaufff... Hipp hipp hurra, oben angekommen, auf der Ageterplatte, auf 1'897m!!!,

Ufff... Pause, durchschnaufen und den Durst stillen.

Ausgerechnet hier oben haben wir Handyempfang, zu Freude vom Enkel :-)

Tzt, ich war um mich besorgt und bemüht, lach

Was für eine Belohnung!!!

Säntis, fast zum ergreifen nah

Der Seealpsee tief unter uns

HAMMER

Nach dem mein Puls sich beruhigt hatte, meine durchnässten Haare durch sortiert waren, Durst gelöscht und wieder aufnahmefähig war, hörte ich Frauen untereinander reden: Babli, bablo....Auf der anderen Seite geht es steil runter, sehr steil...

Wie steil?, fragte ich nach, machbar mit einem Teeny mit Hund? Doch, doch, das ginge schon...

Für mich bestimmt okay, für mich und Slash bestimmt ja, aber inklusive meinen Jason? 

Die ersten Frauen waren auf einmal spurlos verschwunden. Nur noch zwei in unserer Nähe. 

Bevor auch sie weg waren, fragte ich, ob sie den gleichen Weg vor sich hätten und sie mit uns gemeinsam dieses wohl so heikle Stück gehen würden. Ach, wie überaus lieb - Ja, das machen sie gerne. 

Vor raus lief Vreni (Duzis war angesagt), dann Jason, ich mit Slash, kurz angebunden um meinen Bauch, und das Schlusslicht Antoinette.

Tja, es ging gut, es ging hervorragend! Aber es war knifflich, fast senkrecht, festhaltend an den Drahtseilen, ganz besonders um die Kurven. Ein dickes Lob an Jason!!! Bravo Slashi!

UND einen besonderen Dank an die beiden Helferinnen!

 

Ob das so sichtbar ist durch die Fotos? Ich konnte keine machen, bekam diese aber später von Antoinette - Nochmals Danke!

Weiter unten, leicht flacher, raus aus dem Geröll, konnte ich dann paar Handybilder schiessen.

Wirklich beachtlich!

Und Jason? Ach, Nonna, war doch easy, es ging doch gut... Ja, klar, schmunzel

Je tiefer um so sachter wurde der Weg und der befreiende Genuss kam wieder zum Zug.

Von weitem konnten wir dann auch das Berggasthaus Mesmer sehen. Ich war darum froh

Dort trafen wir, gegen 12 Uhr, auch Antoinette und Vreni an und so konnte ich mich nochmals bei ihnen bedanken. Ach, und ihre Fotos von der Steilwand bekam ich. Immer wieder schön solche Begegnungen :-)

 

Zuvor bekam Slash sein verdientes Brunnenbad. So ein toller Hund, der im richtigen Moment, aufs Wort hört. Ich habe richtig entschieden, dass ich Cookie daheim liess, auch wenn es schade war...

 

Wir löschten erst unseren Durst und Jason entschied sich einmal mehr für den Tomaten-Mozzarella Salat. Ich nahm mir die Gerstensuppe. Slash bekam eine grosse Portion Hundegutzis.

Die beiden Frauen zogen bald weiter und wir liessen uns Zeit.

 

Hübsch war es hier: Kühe, Ziegen, Pony und Eseln, frei, rund um den abgesperrten Gasthof. 

Die Sonne schien heiss vom Himmel und Wolkenfrei.

 

Bald zogen auch wir los, steht uns noch ein ganzen Stück Weg vor uns.

 

Unser nächstes Ziel: Altenalp. Wenig hoch, mal leicht abfallend, über Schotter und steil abfallend Richtung Seealpsee.

Heiss und immer wieder hielten wir an, damit Jason Slash Wasser geben kann

Kurzer Halt bei Altenalp. Jason hatte einen Stein im Schuh und das geht nun wirklich nicht.

Dann ging es wieder hoch. So langsam wurde der Rucksack immer schwerer und mein T-Shirt, ich glaube ich hätte es auswinden können

Von Jason hörte ich nie ein gejammer; zu heiss, zu steil oder oder... Was für ein Bursche!

Slash konnte viel frei laufen. Nur wenn wir auf aktive Kuhweide kamen, musste an die Leine. Brav, wie gewohnt, blieb er so wie so immer in unserer Nähe

Die letzten wenigen 100ert Meter verlangten nochmals alles von uns, bis wir unser endgültige Ziel, Ebenalp, erreicht hatten. Brutal steil zog es sich nochmals rauf...

 

Und dann hatten wir es :-)

Kurz vor 16 Uhr haben wir diese beiden Tage wandertechnisch beendet. 

Ohne aussergewöhnliches  Vorkommnis; keine Blasen an den Füssen, keinen Sturz, kein Verlaufen des Weges...

Oft waren wir ganz alleine unterwegs.

 

Wir nahmen uns die Zeit, die wir brauchten.

Zeit, um uns alles wahr zu nehmen, die Natur zu geniessen, den Vögel pfeifen und den rufen der Murmeltiere zuzuhören.

Zeit, um zu fotografieren.

Und wichtig! Zeit für uns beide oder auch dreien.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Uli (Samstag, 18 August 2018 20:05)

    Ganz wunderbar!

  • #2

    Gerlinde (Freitag, 24 August 2018 07:56)

    Wow was für eine Leistung vn euch. Ich ziehe den Hut. Wunderschöne Aufnahmen.